Straßenleben
Straßenkinder leben meist von Betteln, Prostitution oder Diebstahl. Harte Drogen gefährden vor allem Langzeit-Straßenkinder. Das Spektrum »Straße« ist vielschichtig. Straßenkinder sind sehr mobil und wechseln häufig die Städte, in denen sie sich aufhalten.
Da es bislang über den täglichen Lebenswandel von Straßenkindern kaum empirisch fundierte Fachbeiträge mit überregionalem Blickwinkel gibt, bleibt nur die Möglichkeit, die eigenen Beobachtungen heranzuziehen:
Im Zentrum des Straßenlebens steht die Sicherung des eigenen Überlebens. Viele Straßenkinder berichten davon, zumindest zeitweilig von Freunden und Kumpeln mit Lebensmitteln und Kleidung versorgt worden zu sein. In Großstädten gelingt diese Überlebensform vor allem den Jugendlichen, die aus der Stadt stammen, in der sie sich aufhalten, und die einen entsprechenden Bekanntenkreis haben. Alle anderen schlagen sich primär mit Bettelei durch. Prostitution und Diebstähle sind weitere Einkommensquellen.
Mit Bettelei halten sich vor allem Kinder und Jugendliche über Wasser, die bei Punks Unterschlupf finden. (Exkurs: Die wenigsten Punker leben auf der Straße. Die meisten leben bei ihren Eltern. Punker, die tatsächlich obdachlos sind und beispielsweise in Bauwagen oder leerstehenden Gebäuden unterkommen, beherbergen auch immer wieder Straßenkinder und versorgen diese bisweilen monatelang, ohne dass diese betteln gehen müssen. Zahlreiche Straßenkinder, die von Punkern beherbergt wurden, berichteten von Suizidversuchen im Vorfeld ihrer Straßenkarrieren und davon, dass die Gedanken daran durch das Umfeld der Punker weniger würden.)
Straßenkinder, die Anschluss an die Punkszene finden, passen zwar häufig, aber längst nicht grundsätzlich ihr Aussehen an das der »Bunthaarigen« an. Manche suchen Schutz in »normalem« Auftreten. Hierbei kommt ihnen zugute, dass unordentliches Auftreten bei Jugendlichen nach wie vor als »trendy« gilt und unauffällig ist.









