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"Der letzte Dreck"
Manchmal schmerzte es schon sehr, auf der Straße zu leben, ohne Sinn, ohne Orientierung. Es war kalt und manchmal hatte ich nichts zu essen. Meinem kleinen Hund Cheyennee verdanke ich wohl, in den Stunden, in denen es mir schlecht ging, dass ich noch lebe. Cheyennee gab mir oft Kraft, weiter zu kämpfen, ich hatte Angst, sie zu verlieren.

Ich fühlte mich oft überflüssig und wortlos, was wohl auch daran lag, dass man mich oft so behandelte. Irgendwelche Leute machten mich runter. Ich habe gestunken, klar, aber wo hätte ich jeden Tag eine Dusche finden sollen? Ich hatte verschmutzte Kleidung an, aber wo hätte ich sie regelmäßig waschen können? Die meisten glauben wohl, dass viele Obdachlose aus Spaß an der Freude auf der Straße leben. Manchmal kennt oder findet man keinen anderen Weg. Ich habe ihn ein Glück gefunden, das wäre aber auch nicht ohne Hilfe passiert. Meine Streetworker gaben mir immer Kraft und Mut für einen Kampf ins »angenehme« Leben. Ich musste viel Kraft für das »angenehme« Leben aufbringen und heute bin ich sehr glücklich, es geschafft zu haben.

Oft denke ich an die Zeit zurück und selbst zwei Jahre später habe ich ab und zu sehr daran zu knabbern.

Die Erniedrigung, der Spott, all die herablassenden Kommentare. Helfen statt wegschauen wäre wohl in dieser Welt für alle das Beste. Wo ist denn die »Gleichheit« und die »Freiheit« in dieser Gesellschaft. Es fängt doch mit den »sozial Schwachen« an und zieht ab da unmessbare Kreise.

So lange ein solches Maß an Unverständnis in dieser Gesellschaft vertreten ist, gibt es kaum eine Chance der Besserung. Anstatt die Nase zu rümpfen, helfen! Sich von Drogensüchtigen wegdrehen, erleichtert nicht die Situation!

Warum fragt die Gesellschaft nicht nach, wenn »Penner« sie verwirren?

Nachfragen »warum« und »wieso« schadet niemandem, aber wegdrehen dafür umso mehr. Wir sind alle gleich und ein wenig mehr »FAIRständnis« ist für alle das Beste und kann allen helfen, denen es so wie mir im Frühjahr'96 ging.

Robin